Die Mahd ist das wichtigste Pflegeinstrument der Blütenwiese. Ohne regelmäßige Mahd entwickelt sich eine Wiese über Sukzession zu einem Gehölz – zunächst Stauden, dann Hochstauden, schließlich Gebüsch und Wald. Der Mahdtermin entscheidet, welche Arten sich langfristig halten und wie artenreich die Fläche bleibt.

Mahdtermin: wann schneiden?

Für die meisten Blütenwiesen in Deutschland gilt eine Mahd pro Jahr im Spätsommer als Grundprinzip. Eine zweite Mahd im Frühjahr ist auf nährstoffreicheren Standorten sinnvoll, um das Graswachstum zu bremsen. Auf mageren, trockenen Standorten reicht eine jährliche Mahd nach dem Samentragen der meisten Wiesenblumen.

StandorttypErste MahdZweite Mahd (optional)
Mager, trockenEnde August bis Septemberkeine
Frisch, mäßig nährstoffreichMitte JuliEnde September bis Oktober
FeuchtEnde Juni bis JuliOktober
Grundregel: Erst mähen, wenn die Mehrheit der Wiesenblumen ausgesamt hat. Zu frühes Mähen verhindert die Samenreife und reduziert langfristig den Bestand ausdauernder Arten.

Schnitthöhe

Die Schnitthöhe beträgt 5 bis 10 Zentimeter über dem Boden. Zu tiefes Mähen schädigt die Rosetten von Blattrosettenpflanzen wie Margerite und Flockenblume. Gleichzeitig soll die Schnitthöhe niedrig genug sein, um das Lichtangebot für keimende Samen am Boden zu erhöhen.

Schnittgut abfahren – warum wichtig?

Das abgemähte Material enthält Nährstoffe. Verbleibt es auf der Fläche, verrotten die Pflanzenteile und düngen den Boden. Auf nährstoffarmen Flächen untergräbt das die Artenvielfalt, weil Gräser die Düngung stärker ausnutzen als Blumen. Das Schnittgut wird daher konsequent abgefahren oder zur Kompostierung abgelagert.

Mosaikpflege

Auf größeren Flächen empfiehlt sich eine sogenannte Mosaikmahd: Nicht die gesamte Fläche wird gleichzeitig gemäht, sondern abschnittweise in Zeitabständen von einigen Wochen. So bleiben immer Blühbereiche für Insekten erhalten, und Tiere finden während der Mahd Rückzugsmöglichkeiten. Für Privatgärten ist ein ungepflegter Randstreifen von mindestens 50 Zentimetern ein einfacher Ersatz.

Problempflanzen auf der Wiese

Stumpfblättriger und Krauser Ampfer (Rumex obtusifolius, R. crispus) breiten sich auf nährstoffreichen oder gestörten Flächen schnell aus. Sie werden am wirksamsten vor der Samenreife von Hand ausgestochen. Quecke (Elymus repens) ist ebenfalls eine häufige Konkurrentin; ihre Rhizome sind schwer vollständig zu entfernen und erfordern konsequentes Ausstechen über mehrere Jahre.

Weiterführende Quellen